TGO-Logo  

TGO - die Ortenaulinie

 

Das zarte Plänzchen der Tarifgemeinschaft Ortenau - TGO - hatte sich zum Jahresbeginn 1995 zum Tarifverbund Ortenau GmbH gemausert. Nun ist der Verbund bereits 15 Jahre jung - und besonders erfolgreich! Seit vier Jahren bewertet das Land Baden-Württemberg die annähernd flächendeckende Verbundlandschaft. Zu seinem 15. Geburtsjahr konnte sich nun der Tarifverbund Ortenau, im Norden und Süden an die Erfolgsmodelle KVV und RVF grenzend, auf dem Spitzenplatz aller Verbünde im Land behaupten. Das Ergebnis eines komplexen Bewertungsverfahrens durch das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Baden-Württemberg ist eine erfreuliche Belohnung für die Bemühungen aller Beteiligten:

TGO auch im Jahr 2010 erfolgreichster Verbund im Land

Die Fahrgäste können dem Verbund und den beteiligten Verkehrsunternehmen gratulieren, sich selbst auf die Schulter klopfen für die fleißige Nutzung des umweltfreundlichen öffentlichen Verkehrsangebots und sich darüber freuen, dass die mit der positiven Bewertung verbundenen Sonderzuweisungen des Landes ihnen zugute kommen werden.

Siehe auch "Verbund-Ranking"

Geschichte: Tarifgemeinschaft als Grundlage eines ortenauweiten Verbunds

Nach ersten örtlichen Tarifgemeinschaften verschiedener Busunternehmen ab 1987 in Offenburg, Lahr, Kehl und Willstätt kann am 19. März 1991 eine wesentliche Hürde für die Einführung eines einheitlichen Nahverkehrstarif im Ortenaukreis genommen werden. Der Kreistag votiert einstimmig für die Schaffung der "TGO - Tarifgemeinschaft Ortenau", die am 1. September 1991 erstmals einen einheitlichen Zonen-Tarif für den ÖPNV im Ortenaukreis anbieten kann. Als wichtiger Baustein der wachsenden baden-württembergisch Tariflandschaft wird als Folgegesellschaft der Tarifgemeinschaft am 19. Dezember 1994 der Tarifverbund Ortenau GmbH gegründet. Die bereits eingeführte Abkürzung "TGO" bleibt dabei erhalten.

Nicht ohne Skepsis beobachtet: die ersten Schritte zum Tarifverbund

Der Lückenschluss zwischen den beiden erfolgreichen Verbünden nördlich und südlich der Ortenau, dem KVV rund um Karlsruhe und dem RVF im Breisgau und Hochschwarzwald, ist schwierig. Ohne ein großstädtisches Zentrum, dagegen mit einem stark gegliederten und teilweise noch unzureichenden Verkehrsangebot in einem Flächenkreis mit relativ geringer Bevölkerungsdichte - die Rahmenbedingungen für den jungen Tarifverbund lassen eine anspruchsvolle Aufgabenstellung erahnen. Die ersten Jahre des jungen Verbunds sind geprägt von der Aufbruchstimmung durch die Regionalisierung des Nahverkehrs, aber auch von einigen Akzeptanzproblemen bei den Kunden. gelungene TGO-Werbung Noch ist die weit verbreitete BahnCard auch für Fahrten innerhalb des Verbundes gültig, das TGO-Tarifsystem ist noch nicht ausgefeilt und in den Übergangs- bereichen zu den Nachbarverbünden entstehen erst Schritt für Schritt sinnvolle Übergangstarife. Immer wieder vergleichen die Fahrgäste Leistung und Kosten im TGO mit den billigsten Angeboten in anderen Verbünden und den reduzierten Tarifen der einzelnen Verkehrsunternehmen (BahnCard). Auch die Verknüpfungen des Angebots auf Schiene und Straße sind noch nicht optimiert.

Nach der Einführung der Übergangstarife an der nördlichen und südlichen Kreisgrenze gelingt 1997 ein ganz besonderer Coup. Ein Abkommen zwischen der Städtegemeinschaft Strasbourg und dem Ortenaukreis wird die Grundlage für einen gemeinsamen Tarif auch über die Staatsgrenzen hinweg. Hieraus kann die "Schlagkraft" eher kleinräumiger Tarifverbünde ersehen werden. EUROPASS In einem Großverbund - sagen wir mal ganz Südbaden als ein Verbund - wäre diese europäische Einigung mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch Jahre später noch nicht realisiert. Die gemeinsamen EUROPASS- Angebote von TGO und CUS hat TGO-Geschäftsführer Johannes Müller wiederholt als "gemeinsame Währung" schon vor dem EURO bezeichnet. Ihre Fortentwicklung hat ab Dezember 2004 zu einer EUROPASS-Verbundfahrkarte von Freudenstadt bis Strasbourg und im August 2005 zu einer gemeinsamen Monatskarte für die CUS Strasbourg und die gesamte Ortenau zu einem sehr attraktiven Preis geführt.

Wichtige Entwicklungen waren damit bereits eingeleitet, als die (oder der?) TGO 1998 zum Vollverbund wird. Im Binnennahverkehr gelten seither nur noch TGO-Fahrscheine. Ein Jahr darauf können sogar die im Zweistunden-Takt durch die Ortenau fahrenden InterRegios zwischen Offenburg und Hornberg mit dem TGO-Ticket ohne Aufpreis benutzt werden. Leider wird diese beliebte Zuggattung schon kurz darauf nur noch in einem stark reduzierten Angebot gefahren. In ähnlicher Zeitlage fährt ab Dezember 2005 nur noch ein Zugpaar zwischen Hamburg und Konstanz - allerdings als InterCity und unter Ausschluss der TGO-Kunden.

Konsequente Tarifentwicklung und ansehnliche Erfolgsbilanz nach 10 Jahren

gelungene TGO-Werbung aus der Anfangszeit Das "Tarifgewebe" wird im Spannungsfeld zwischen Einnahmen und Ausgaben ständig angepasst. Nicht immer geht das reibungslos vonstatten. die Fantastischen Fünf Die Rück- nahme der Ermäßigung für Kinder bei der Punktekarte ist ein Beispiel dafür. Sehr erfolgreich wird dagegen im beginnenden neuen Jahrhundert durch verschiedene Aktionen der TGO-Tarif durch attraktive "Zusatznutzen" aus der Kritik geholt. Zu nennen sind hier besonders die Testläufe der netzweiten Gültigkeit von Zeitkarten am Wochenende und die Mitnahme eines Erwachsenen und Kindern ebenfalls am Wochenende. Bei Schülermonatskarten werden sogar verbundübergreifende Fahrmöglichkeiten geschaffen, geschickt beworben mit "die Fantastischen Fünf". In fünf Verbünden im Südwesten gilt die Schülermonatskarte ab 14 Uhr, am Wochenende und in den Ferien ganztägig als Netzkarte des Nahverkehrs.

Nachdem sich im Testlauf nicht etwa Einnahmeausfälle, sondern im Gegenteil eine Steigerung der Verkaufszahlen zeigten, wird der genannte "Zusatznutzen" der Zeitkarten als fester Tarifbestandteil übernommen. Neben den familienfreundlichen Mitnahmeregelungen kann, unter wesentlicher Mitwirkung der TGO-Verantwortlichen, das Projekt KONUS zum 1. Januar 2005 realisiert werden. Feriengäste der Gemeinden, die sich an KONUS beteiligen, können mit ihrer Gästkarte den Nahverkehr in den Verbünden RVF, RVL, TGO, VSB, VVR und WTV kostenlos nutzen (Kostenlose Nutzung des ÖPNV für Schwarzwaldtouristen).

gelungene TGO-Werbung aus der Anfangszeit Die Erfolgsbilanz nach 10 Jahren TGO lässt sich sehen: Auf dem 1 492 km langen Nahverkehrsnetz des Tarifverbunds sind werktäglich etwa 85 000 Personen unterwegs - etwa 35% mehr als vor 10 Jahren. Der modal split weist damit einen, vor zehn Jahren noch kaum für möglich gehaltenen, ÖPNV-­Anteil von 20% im Ortenau­kreis auf. Die zu(g)künftige Planungen und bereits eingeleitete Entwicklung (z. B. die Modernisierung der Fahrzeuge auf der Schwarzwaldbahn, der vorgesehen Stundentakt nach Strasbourg und die bereits realisierte umsteigefreie Verbindung von und nach Freudenstadt durch die OSB) lassen für die nächsten Jahre auf eine weitere Steigerung der Fahrgastzahlen hoffen.

Mehr Fahrgäste als Antwort auf Zuschusskürzungen?

Und diese zusätzlichen Fahrgäste werden auch dringend benötigt. Mehreinahmen durch zusätzlich verkaufte Fahrkarten sind das wichtigste Standbein, um das hohe Niveau des ÖPNV-Angebots über die nächste Zeit retten zu können. Die Sparmaßnahmen bei den Verkehrs- unternehmen können nicht allein den Rückgang der Zuwendungen durch das Land (und indirekt auch über Regionalisierungsmittel und Investitionshilfen, des Bundes) ausgleichen. Die Steigerungen der Fahrpreise sind in den beiden letzten "Tarif-Runden" gelungene TGO-Werbung aus der Anfangszeit deutlich höher ausgefallen, als in den Jahren davor. Die Parallelen zu den Treibstoffpreisen sind nicht von der Hand zu weisen, andererseits erleben die Zahler auf der Einkommensseite keine adäquaten Erhöhungen des Haushaltseinkommens. Bei den Fahrpreisen sind Schmerzgrenzen schnell erreicht. Erkennbar ist dies an den differenzierten Steigerungsraten. Bei Fahrkarten für "Abhängige" - Schüler und Pendler - lag die prozentuale Fahrpreiserhöhung über derjenigen der Freizeitangebote.

Die lustige Werbung aus den TGO-Anfangsjahren, die in den Text eingesteut wurden, können nicht darüber hinweg täuschen, das eine große Aufgabe vor allen am ÖPNV-Angebot Beteiligten liegt. Aber andererseits kann der Ortenauer Tarifverbund die Probleme gelassener angehen, als dies andernorts im Land der Fall ist. Hier wurden wichtige Hausaufgaben bereits gemacht, der Verbund ist gut aufgestellt und das Angebot rund um den Nahverkehr stimmt. An (fast) allen wichtigen Haltestellen stehen Fahrkarten-Automaten, die neben TGO-Tickets auch alle wichtigen Tarif-Informationen zur Verfügung stellen. Die Fahrplan-Information wurde in Zusammenarbeit mit den Verkehrsunternehmen vereinheitlicht und die Gestaltung der übrigen Fahrgastinformation kann als sehr gelungen bezeichnet werden. Für einen Zehnjährigen ist der Tarifverbund Ortenau also schon ganz schön erwachsen geworden - Glückwunsch!

Tarifverbund: Automaten von DB und TGO im Ortenaukreis
Abstimmung am Automaten - hier können alle gewinnen

Am Bahnhof Oberkirch steht der Automat von DB und TGO - wie an fast allen Bahnhöfen und Haltepunkten im Ortenaukreis. In der Abendsonne wird der TGO ins richtige Licht gerückt. Und die Ortenauer können an all den Automaten über die Zukunft abstimmen - zum Vorteil der Menschen und der Umwelt. Auf die Wahlbeteiligung kommt es an!

 
 
 
HOME (nvog.de) | zurück zu den ÖPNV-News
 
und so wurde vor 5 Jahren über den TGO berichtet